Hassliebe Instagram | Täglich kommt der Frust

Was ist dieses belanglose Medium, was mein Leben bestimmt, das meine Laune ausmacht. Für manch anderen muss das einfach traurig sein, was ich hier von mir gebe. Ja, selbst ich, finde es durchaus traurig. Doch ich möchte euch daran teilhaben lassen, offen darüber sprechen, wie es mir täglich damit ergeht. Ich möchte aber nochmals betonen, dass ich weiß, wie oberflächlich mein Problem ist und wenn ihr es nicht nachvollziehen könnt, dass ich das verstehen kann.

Instagram kann meine Laune von Tag zu Tag bestimmen. Gerade in Süd Afrika, wo ich jeden Tag Follower verloren habe, anstatt zu wachsen, haben meine Moodswings enorm zugenommen und meinen Alltag bestimmt. Erst der glücklichste Mensch der Welt und in der nächsten Sekunde schon fast manisch depressiv. Heulkrämpfe, schlechte Laune und getrieben vom Zwang „komm jetzt, wir müssen noch ein Instagram Bild machen“. Wenn ich mal nichts posten konnte, stieg der Druck in mir selbst bis ins unerträgliche. Meine Gedanken einzig und allein Instagram gewidmet.

Und wie oft habe ich mir gesagt, ja schon fast unzählige Male, dass ich mich nicht mehr beeinflussen lasse. Nein, ich werde es hinnehmen und akzeptieren müssen, dass es halt sinnlos ist und keine Aufregung wert ist. Wie oft habe ich mir selbst gesagt, blende es aus mach weiter so. Doch es hilft nichts, mindestens einmal in der Woche bricht die Aggression und der Frust aus. Zerstört, motivationslos und überfordert.

Ich versuche mir die Dinge vor Augen zu halten, zu reflektieren, was denn genau meinen Frust auslöst? Was treibt mich halb in den Wahnsinn? Ist es einzusehen, wie alle um mich herum schneller wachsen als ich? Ist es, weil sie mich so schnell eingeholt haben und ich einfach nicht mehr hinterher komme? Liegt es aber auch daran, dass ich Existenzängste habe? Dass ich eventuell eines Tages eben ohne dastehe? Nicht mehr interessant zu sein, das Mittelmaß  – die, die sich nicht halten kann und langsam ertrinkt in der Masse? Oder ist es gar peinlich, immer noch da zu sein, wo ich vor 2 Jahren schon die ganze Zeit war? Das dümpeln auf 50k, wobei andere mich schon längst überholt haben.

Was ist der Auslöser für meine plötzlichen schon fast „bi-polare“ Störung? 

Eins steht für mich fest, ich bin nicht die einzige die darunter leidet. Meine Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit Instagram, können viele andere Kolleginnen von mir nachvollziehen. Man unterhält sich, scheint anfangs peinlich berührt zu sein, es zu zugeben. Doch irgendwie ist die Erleichterung groß es auszusprechen und festzustellen, dass man eben nicht allein ist.

14 thoughts on “Hassliebe Instagram | Täglich kommt der Frust

  • Reply Karo 30. April 2017 at 10:46

    Liebe Storm,
    Ich finde es mutig und sehr richtig, dass du so offen darüber sprichst. Nicht nur mir, sondern vielen anderen geht es ähnlich. Instagram ist DAS Tool, das uns Wertschätzung suggeriert und ist gleichzeitig so manipulierbar. Ich bin gespannt wo es in Zukunft so hingeht, aber so viel sei gesagt: deine Bilder sind immer großartig!
    xx K.

  • Reply Sophie 30. April 2017 at 12:15

    Ach Storm! Ich habe mich über jedes Foto aus Süd Afrika gefreut und ich finde grade in den letzten Monaten hat sich dein Fotostil verändert und ist viel persönlicher geworden. Deine Fotos heben sich ab und ich stoppe immer beim scrollen. Ich kann deine Moodswings total verstehen, mir würde es wohl ganz genauso gehen wenn ich Bloggen hauptberuflich betreiben würde. Nicht aufgeben und bleib dir selbst treu, das ist das aller wichtigste!

    Liebste Grüße,
    Sophie

  • Reply VIENNA WEDEKIND 30. April 2017 at 12:27

    <3

  • Reply Julie H 30. April 2017 at 12:38

    Hey Storm! Das hört sich echt schlimm an, und es ist schon auch irgendwie krass wie sehr man sich von einem Medium wie Instagram beeinflussen lässt, ist sicherlich nicht einfach! Ich bin keine Bloggerin und tue deshalb auch nicht so als ob ich in irgendeiner Weise professionellen Rat hätte, aber ich hatte das Bedürfnis mich mitzuteilen, und vielleicht kannst du ja was damit anfangen 🙂

    Als reine Leserin fällt mir persönlich halt auf dass ich sehr gerne die Accounts und Blogs anschaue, wo ich das Gefühl habe die Person, die hinter dem Account steckt, besser kennenzulernen, sprich der Account eine persönliche Note hat, und man nicht das Gefühl hat dass die Person sich zu viel Mühe gibt um immer super perfekt zu sein. Dieses „trying too hard“ bemerkt man als Leser, und ich finde wenn jemand mit einer gewissen Leichtigkeit und ein bisschen Humor da rangeht, macht es das ganze viel interessanter (Stories und Snapchat können auch sehr unterhaltsam sein :)). Du hast einen sehr minimalistischen Stil, den ich auch sehr mag, aber speziell auf Instagram ist es vielleicht teilweise etwas zu eintönig, und man würde gerne ein bisschen mehr Abwechslung sehen. Und sich vergleichen mit anderen macht ja jeder, aber es kann eine echt destruktive Wirkung haben. Du solltest deine eigene Geschichte erzählen, und vielleicht des öfteren nicht zu sehr darüber nachdenken dass alles perfekt aussieht 🙂
    Sorry für diesen langen Beitrag, und wie gesagt ist das alles nur aus meiner persönlichen Sicht, und finde was du machst auch nach wie vor super 🙂 nicht entmutigen lassen!

    Liebe Grüße,
    Julie

  • Reply petitefabeli 30. April 2017 at 16:21

    Ein sehr ehrlicher Post, den ich aber nachvollziehen kann. Auch bei mir geht es nicht voran. Zwar habe ich nur ca.3000 Follower, aber mehr werden es nun auch nicht.. eher weniger. Meinen Blog habe ich ca. 4 Jahre und ich kann diesen „Frust“ total nachvollziehen. Wenn man Stunden an Arbeit in neue Posts neue Fotos steckt und einen nach dem hochladen viele Follower abspringen. Man fragt sich was man „falsch“ macht, was man ändern könnte. Manchmal bin ich auch so frustriert, dass ich das Bloggen ganz lassen würde, denn wenn es nach 4 Jahren immer noch kein Hoch kommt, dann wird es wohl nie kommen. Aber dann denke ich mir…Nö…. Denn dazu macht es mir zu viel Spaß… Das Shooten, Bilder bearbeiten, Posts schreiben und mit Followern schreiben. Deine Bilder sind immer wunderschön und ich denke, dass Firmen und Menschen, die ein wenig Ahnung haben :), auch sehen wie gut deine Arbeit ist und dir nicht entfolgen und deine Bilder weiterhin liken werden 🙂 Mach weiter so <3

    Liebe Grüße
    Dani

  • Reply Kalina 30. April 2017 at 17:10

    Ich dachte irgendwie, da kommt jetzt ein super interessanter, tiefgründiger Post, wo du vielleicht etwas mehr schreibst als 5 Absätze. Gerade zu so einem speziellen Thema, da kann man sehr gut ins Detail gehen. Und wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, dass vielleicht sowas der Grund ist, warum es mit den Followern nicht klappt. Weil du einen „teased“, man denkt, man erfährt mehr über dich, und dann fühlt es sich an, als brichst du den Gedanken auf halbem Weg ab. Irgendwie verliert man da Interesse. Ich hoffe du verstehst, was ich meine, und kannst es irgendwie als konstruktive Kritik auffassen. Die Leute mit den meisten Followern sind die, die auch etwas mehr preisgeben oder die sich gekonnt interessant machen, mit dem was sie preisgeben.

    • Reply Laura 16. Mai 2017 at 11:46

      Was für ein idiotisches Kommentar. Das ist keine konstruktive Kritik, das ist totaler Schwachsinn. Also, du behauptest Storm verliert Follower, da sie nicht ‚tief‘ bzw. sich interessant wie andere Bloggerinnen macht? Ich kenne fast gar keine große Instagrammerin, die mehr als einen Satz unter ihre Bilder schreiben. Soll das ein Witz sein? Man verliert Follower auf Instagram wegen des neuen Algorithmus. Punkt. Man muss sich einfach viel engagen (e.g. kommentieren, liken, und sich mit anderen Bloggern und Lesern engagen). Ja, man muss seine Persönlichkeit zeigen, aber was du da sagt ist auch nicht wahr und sogar bösse gemeint.

  • Reply Morgen wird Gestern 30. April 2017 at 18:46

    Apropos Instagram: Ändere mal oben den Link beim Instagram-Button, da ist noch der alte Name!

  • Reply Anna 1. Mai 2017 at 10:46

    Ich kann, noch nicht ganz nachvollziehen, aber verstehen worüber Du da sprichst. Der Mensch vergleicht sich generell gerne. Bei uns in der Ukraine ist das bei den „Normalos“ schon alltäglich. Du hast ein Haus? Ich muss ein größeres, schöneres haben etc…. Besonders wenn man das Bloggen in Vollzeit betreibt und quasi seine Existenz davon abhängt, dreht man durch wenn es nicht vorangeht. Der Ruhm ist eine Sucht – viele Hollywood-Stars, Models usw. sind bereits daran gescheitert. Mach Dir keine großen Sorgen. Du machst einen tollen Job, hast es weit gebracht – sei stolz auf Dich Arbeite an Deinem eigenen glücklich Sein und Du strahlst es aus und schon kommen z.B. Follower von selbst…

  • Reply Hello Beautifulstyle 1. Mai 2017 at 15:23

    Ein wirklich super toller Beitrag und ich muss dir da einfach so sehr recht geben.
    Ich wünsche Dir einen tollen Montag.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://www.hellobeautifulstyle.blogspot.de

  • Reply jacquelineisabelle 1. Mai 2017 at 20:01

    Oh I soo feel you! Ich habe mich gerade in so vielen Stellen dieses kleinen Gedankengangs wiedergefunden – ich selbst bin auch gerne mal gefrustet, wieso sich die tägliche Arbeit nicht so auszahlt, wie man es sich wünscht und oftmals auch verdient hätte! Ich freue mich über deine ehrlichen Worte und bin aber auch mit erschüttert, wie es denn sein kann, dass gerade bei diesem einzigartigen Traum-Content wie aus Süd-Afrika Follower abwandern können?!
    Ich bin auf jeden Fall immer wieder begeistert von deiner Bildsprache, deinen Outfits und bin mir aber sicher, dass es sich für dich bezahlt macht, dran zu bleiben und sich nur wegen Konkurrenzdruck nicht zu verändern, sondern weiterhin dafür zu stehen, was man liebt 🙂

    Liebst, Jacqueline

  • Reply Eva Jasmin 3. Mai 2017 at 21:51

    Kenne das nur zu gut, Instagram ist zwar wirklich meine mit abstand liebste App, jedoch ist das echt eine Hassliebe zur Zeit und ich hasse es selbst, wie sehr ich mich wegen dieser blöden App unter Druck setze…
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  • Reply Kat 4. Juni 2017 at 17:29

    Nur mal so aus Lersersicht, ich finde Deinen Blog und vor allem auch Deine Looks sehr einzigartig und mag sie sehr. Wenn ich mir dagegen einige von den Bloggern mit sehr großer Reichweite anschaue, sprechen mich diese hingegen oft nicht so an. Alle tragen dasselbe, machen diesselben Reisen, sind auf den gleichen Events und wirken nur noch wenig authentisch. Ich glaube vielen Lesern und auch Marken ist im Zweifel die Qualität wichtiger als die Reichweite. Und Masse ist oft nicht gleich Klasse. Vielleicht sollten Blogger am Ende des Tages sich nicht durch ihre Reichweite definieren, sondern stolz darauf sein sich treu zu bleiben, authentisch zu sein und qualitativen Content zu schaffen. Der Leser mekt das. Und vielleichst du am Ende nicht die meisten Follower, aber die treusten.

  • Reply Maikikii 8. Juni 2017 at 11:53

    Liebe Storm,
    Erst einmal Kompliment für so einen schönen Blog!
    Ich finde es total mutig, dass du über dieses Thema schreibst. Mir geht es gerade nämlich nicht anders. Ich habe es auf 11,7k bei Instagram geschafft, doch seit dem geht es plötzlich wieder bergab, so dass ich nun bei 10,6k bin. Und es geht Woche für Woche runter, obwohl ich täglich poste. Bei anderen hingegen scheint es wie von allein bergauf zu gehe, ohne dass sie regelmäßig posten, etc. Meist natürlich dazu noch bei den sowieso schon Großen. Ich verstehe das einfach nicht und ich muss sagen, obwohl sich das natürlich total bescheuert anhört, stört es mich extrem. Es macht mich richtig fertig. Ich gebe mir so viel Mühe und werde dafür einfach nicht belohnt. Ich habe Instagram so sehr gemocht – eigentlich liebe ich es immer noch Bilder auf Instagram zu posten – aber irgendwie wird es auch bei mir immer mehr zum Zwang. Jedes Mal denke ich, dass ich unbedingt ein Instapic machen muss, ja keines vergessen darf zu posten, und so weiter und so fort. Bekommt es dann zu wenige Likes, bin ich richtig traurig. Und wenn die Follower sinken macht mich das richtig depri. Und obwohl ich eigentlich nicht möchte, dass mich das so berührt, ist es manchmal einfach trotzdem so. Naja, ich werde natürlich trotzdem dranbleiben und weitermachen und einfach hoffen, dass sich der Algorithmus irgendwann mal wieder rafft 😉
    Liebe Grüße und weiter so!
    Maike

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